Ausbildung "Kursleiter/in Qigong mit Zusatzqualifikation Tuina-Massage" |
Diese Ausbildung wurde hauptsächlich für "medizinische Berufe" konzipiert. Hierunter verstehen wir u.a. die Berufsgruppen von Ärtzen, Physiotherapeuten, Sporttherapeuten, Masseure, med. Bademeister, Pflegepersonal etc.
Nach Absprache mit dem Ausbildungsleiter können jedoch auch andere Berufsgruppen teilnehmen.
Das Konzept von Leben, Gesundheit und Krankheit ist in China und bei anderen asiatischen Völkern weit entfernt von den Ansichten, die bei uns - den Menschen des Abendlandes - Geltung haben. Oft wird nur das Greifbare, das Messbare anerkannt. Vielleicht ist dies der Grund, weshalb im „Westen” erst seit dem vorherigen Jahrhundert die Medizin zur Wissenschaft "erhoben" wurde.
In China gibt es die Medizin in Form der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) schon seit mehr als 3000 Jahren. Dort besteht eine enge Verbindung mit dem Daoismus- der Naturphilosophie - und dem Konfuzianismus- der Staatsphilosophie - der Chinesen. Analog der konfuzianischen Staatsordnung, d.h. Speicher in den einzelnen Provinzen als Versorgungszentren und Transportwege als Verteilungskanäle, sah man die im Körper liegenden Organe als Speicher und die Leitbahnen als Transportwege an. Auf diesen Leitbahnen fließt das Qi- vereinfacht als Lebensenergie übersetzt -, welches nach Ansicht der Chinesen nicht nur im Menschen sondern auch in allen anderen Dingen und somit im gesamtem Kosmos enthalten ist. Ist Qi ausreichend vorhanden und fließt es ungehindert im Körper, so ist der Mensch gesund. Fehlt Qi oder ist der Qi-Fluss blockiert, so entstehen Krankheiten.
Einführung Qigong
Gong bedeutet „Erfolg durch Ausdauer und Übung” und deutet auf den wichtigen Aspekt des regelmäßigen und angemessenen Übens hin.
Der Begriff Qigong ist eine Sammelbezeichnung für alle Übungsformen die das Qi vermehren und mobilisieren, d.h. Qi-Blockaden im Körper lösen und den Qi-Fluss anregen. So unterschiedlich die einzelnen Methoden sind, so haben sie jedoch folgende drei Aspekte gemeinsam:
Gesundheitsfördernde Körperhaltung, die Übungen werden im Stehen, Sitzen oder Liegen ausgeführt, und die Bewegungen sollen bewusst ausgeführt werden und harmonisch, fließend und rund sein.
Atemführung, eine Regulierung der Atmung in Form von natürlicher Atmung, Bauchatmung oder umgekehrter Bauchatmung und wechselseitigen Anpassung von Atem- und Bewegungsfluss.
Aufmerksamkeitslenkung, die Gedanken werden an einen bestimmten Ort des Körpers (z.B. Akupunkturpunkt) gelenkt oder Vorstellungsbilder werden erzeugt, um in geistige Ruhe zu gelangen.
Nach Cohen (1998 S. 30) versteht sich Qigong „... als ganzheitliches System mit Selbstheilungstechniken und Meditation, es ist ein althergebrachtes und kontinuierlich fortentwickeltes Verfahren, das gesundheitsfördernde Körperhaltungen, Bewegungen, Selbstmassage, Atemtechniken und Meditation umfasst.”
Neben der Arzneimittelkunde, der Akupunktur, der Diätetik und Tuina ist Qigong eine der 5 Säulen der TCM. Während es sich bei der Akupunktur jedoch um einen Eingriff (Nadeln) von außen handelt, um den Qi-Fluss im Körper zu regulieren, ist Qigong ein selbstregulierendes Übeverfahren.
Einführung Tuina-Massage
Massage (Anmo) ist ein Oberbegriff, darunter versteht man verschiedene Massagetechnik und Schulen, z.B. Thailändische Massage, Japanische Massage und Chinesische Massage.
Tuina ist eine spezifische chinesische Massagetechnik, die sich an der Theorie der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) orientiert und mit verschiedenen Mittel therapeutisch eingesetzt wird.
Die Geschichte von Tuina geht zurück auf das Jahr 2700 vor Chr. Schon vor 4000 Jahren zur Zeit des Gelben Kaisers (Huangdi) wurde Tuina therapeutisch angewendet.
Im 6. Jahrhundert hat die Tuina-Massage erneut eine florierende Entwicklung erlebt. In der Abteilung der Hofärzte gab es einen Massage Arzt, der für medizinische Behandlungen und Lehrtätigkeiten zuständig war.
In der Tan Dynastie (7. Jahrhundert) wurden Masseure in die drei Gruppen Ärzte, Meister und Arbeiter klassifiziert. Zur dieser Zeit gab es bereits über 10 verschiedene Massage Techniken.
In der Ming Dynastie (14. Jahrhundert bis 17. Jahrhundert) hatte Tuina in seiner langen Geschichte einen zweiten Höhepunkt erreicht. Das erste Fachbuch über Kinder-Massagetechnik „Die Grundregel über Kindermassagetechnik” wurde veröffentlicht. Seitdem entwickelt sich die Kindermassage zu einem eigenständigen Zweig und es folgten die Herausgabe von mehreren Fachbüchern über Kindermassagetechnik.
Der heutige Begriff „Tuina” für die chinesische Massagetechnik (Anmo) stammt aus diesem Zeitraum. Seit dem letzten Jahrhundert hat sich Tuina weiter entwickelt und im Jahr 1956 fand die erste Tuina-Ausbildung in Shanghai statt. 1958 wurde Tuina als ambulant Einrichtung in Kliniken eingeführt. Im gleichen Jahr wurde eine Tuina Fachhochschule eingeweiht. Viele TCM Universitäten bieten derzeit Tuina als Studienfach an und im Jahr 1987 wurde die national Tuina Vereinigung gegründet.
In Bezug auf die therapeutische Wirkung von Tuina haben sich positive Ergebnise insbesondere bei der Behandlung von Halswirbelsäulenerkrankungen, bei Lendenwirbelsäulenvorfall, Durchfall bei Kindern, Herzkranzerkrankung und Gallenentzündung gezeigt.
Die Hauptwirkungen von Tuina kann man in drei Teile gliedern:
1. Yin Yang ausgleichen
2. Regulation der Funktionen der Leitbahnen, Qi und Blut sowie der Inneren Organe
3. Wiederherstellung der Funktionen von Sehnen, Muskeln, Knochen und Gelenken
Man unterscheidet folgende Tuina-Techniken für Erwachsene:
1. Einfinger Methode (Yizhichan)
2. Rollende Methode (Gunfa)
3. Knetende Methode (Roufa)
4. Reibende Methode (Mofa)
5. Schrubbende Methode (Chafa)
6. Greifende und Ziehende Methode (Nafa)
7. Drückende Methode (Anfa)
8. Flache Schiebende Methode (Pingtuifa)
9. Fingerdruck Methode (Andianfa)
10. Mit Finger Klopfende Methode (Jidianfa)
11. Mit Hand Klopfend Methode (Paifa)
12. Schlagende Methode (Koujifa)
Theoretische Inhalte der Ausbildung:
Umfang und Inhalte der Ausbildung orientieren sich an den Richtlinien der Tuina-Ausbildung der Qigong-Klinik Beidaihe VR China sowie den Allgemeinen Ausbildungsrichtlinien des Deutschen Dachverbandes für Qigong und Taijiquan e.V..
* Grundlagen TCM (Qi Konzepte, Leitbahnentheorie, Yinyang, 5 Wandlungsphasen, Zang-Fu-Organe)
* Diagnosemethoden der TCM
* Bioklimatische Faktoren / Pathogene Energien
* Grundlagen Qigong, Techniken zur Lebenspflege, Therapeutische Wirkungen
* Theorie und Geschichte der Qigong-Methoden
* Grundlegende Tuina-Techniken und deren Anwendungsbereiche
* Grundlagen Methodik und Didaktik der Bewegungsvermittlung im Qigong
* Einführung in die chinesische Sprache und Schriftzeichen
* Planung (Stundenaufbau), Organisation und Durchführung von Qigong-Kursen
Praktische Inhalte der Qigong Ausbildung:
Das Innen nährende Qigong (Nei yang gong) entstand vor ca. 400 Jahren in der Ming Dynastie.
Über 6 Generationen wurden die Übungen nur an jeweils einen Vertreter im Rahmen der Familientradition mündlich überliefert. Erst in den 1930er Jahren systematisierte Dr. Liu Guizhen diese Übungen, legte sie erstmals schriftlich nieder und wandte sie therapeutisch an. In Beidaihe gründete Dr. Liu Guizhen 1956 die erste und einzige Qigong-Klinik der VR China. Dort wurde zum ersten Mal und über einen langen Zeitraum Qigong systematisch klinisch angewendet.
Dieses medizinische Qigong besteht aus 3 Stufen (Basis-, Mittel- und Oberstufe) wobei jede Stufe aus Übungen des Stillen Qigong (jing gong) und Qigong in Bewegung (dong gong) besteht.
Chrakteristsich für die Übungen des Neiyanggong sind beugende, streckende, drehende und spiralförmige Bewegungen der Wirbelsäule.
Der Klinik angegliedert ist das „Nationale Ausbildungszentrum für medizinisches Qigong der Provinz Hebei”. Dieses Ausbildungsinstitut für Ärzte, die Qigong therapeutisch anwenden wollen, hat in der Volksrepublik China die ersten gültigen Anerkennungsrichtlinien für Qigong-Lehrer/innen entwickelt.
Zeitraum und Umfang der Ausbildung:
Die Ausbildung umfasst ca. 400 Unterrichtsstunden im Zeitraum von ca. 2 Jahren. Die Unterrichtseinheiten finden
* in den Vereinsräumen des Taiji-Dao e.V. in Solingen,
* in der Freizeitanlage TOPIC in Solingen,
* in einem Seminarhaus (Blockseminar) und
* an der Qigong-Klinik Beidaihe VR China
statt.
Prüfung und Zertifikat:
Die Ausbildung schließt mit einem Intensivseminar und einer Prüfung an der Qigong-Klinik Beidaihe VR China ab.
Nach bestanderner Prüfung erhält der Teilnehmer / die Teilnehmerin ein gemeisames Zertifikat der Qigong-Klinik Beidaihe und des Taiji-Dao e.V., welches zur Vermittlung der erlernten Qigong-Methode und der Tuina-Techniken berechtigt.
Dozenten der Ausbildung:
* Uwe Eichhorn (Diplom-Sportlehrer, Diplom-Physikingenieur und Leiter der Ausbildung)
* Dr. Xiao Yuande (TCM-Arzt an der Qigong-Klinik Beidaihe)
* Meister Feng Yijian (Tuina-Therapeut und Taijiquan-Meister von der Qigong-Klinik Beidaihe)
* Frau Bing Luo-Eichhorn (durch die Qigong-Klinik zertifizierte Neiyanggong-Lehrerin)
* Lüer Merthens (Qigong-Lehrer und Leiter des wudang-Zentrums Bremen)
Für weitere Informationen stehen wir gerne telefonisch unter 0212 244 3567 zur Verfügung.
Sie können hier sowie im Bereich Download eine ausführliche Infobroschüre der Ausbildung und das Anmeldeformular herunterladen.